Hochbeet aus Steinen bauen

Ein stabiles und langlebiges Hochbeet kannst du ganz einfach selber bauen. In diesem Video zeige ich dir, wie ich das mache. Es geht ganz leicht, fast wie mit Bauklötzchen, und doch schaffst du dir damit wertvolle Anbaufläche, die du sonst vielleicht nicht gehabt hättest. Ab jetzt steht deinem eigenen Gemüse und Salat nichts mehr im Wege!

Transkript des Videos:

Hochbeet aus Steinen bauen – Anleitung, FAQ, Bauplan, Materialliste

Vor über sechs Jahren habe ich mein kleines Video zu meinem Hochbeetbau online gestellt. Seitdem habt ihr mir dazu so viele tolle Fragen gestellt, eigene Fotos gemailt und aus eigenen Erfahrungen berichtet, dass ich jetzt wie versprochen die wesentlichen Punkte einmal in einem neuen Video zusammenfassen möchte.

Wieso mache ich überhaupt Hochbeete?

Das ist die vielleicht entscheidendste Frage, die man sich vor dem Bau stellen sollte. In meinem Garten war die Antwort eigentlich ganz einfach. Wir haben hier Stauwasserböden, und ich zeige dir mal Fotos aus dem Jahr 2006, als die Erdwärmepumpe verlegt wurde und deshalb alles bis auf etwa anderthalb Meter ausgehoben werden musste. Die Humusschicht ist recht dünn, und darunter ist Lehm, der mit vielen großen Steinen gemischt ist und praktisch kein Wasser durchlässt. Noch tiefer liegt dann gänzlich undurchdringlicher Fels, weshalb hier auch etliche Häuser keinen Keller haben, weil man sonst hätte sprengen müssen. Wasser von oben kommt da nicht durch, sondern bleibt darüber stehen. Deshalb Stauwasserboden.

Diese Böden sind in Mitteleuropa weit verbreitet. Die obere Erdschicht ist nach Regenfällen klatschnass und schwer wie Blei; es bilden sich Pfützen und Tümpel. Für Kröten ist das natürlich ideal, kommt in einem anderen Video, aber für uns Gärtner nicht. Egal wie oft man versucht, die Struktur durch Kompost, Laub, Sand etc. zu verbessern, die Vergleyung holt einen immer wieder ein. Wir haben in der Nordeifel etwa doppelt so viel Jahresniederschlag wie beispielsweise Berlin, was das Ganze dann noch zusätzlich beschleunigt. Auf solchen Böden sind Hochbeete oft der einzige Ausweg, um halbwegs vernünftig Gemüse anbauen zu können.

Viele von euch sehen aber noch einen zweiten Aspekt, nämlich die bequeme Arbeitshöhe. Ich habe mal rumgefragt, wie ihr euch das perfekte Hochbeet vorstellt:

Das meistgeplante Hochbeet

Wie tief, wie breit und wie hoch soll denn das ideale Hochbeet sein? Die anscheinend beliebtesten Maße sind eine Tiefe von einem Meter oder mehr, eine Länge von zwei Metern oder etwas mehr und eine Höhe von ca. 60 Zentimetern. So machen wir das jetzt mal.

Für meine Hochbeete verwende ich zuunterst Rasengittersteine – warum, das erfahrt ihr gleich noch – mit den Maßen 60cm x 8cm x 40cm BxHxT. Den Aufbau mache ich mit Rastersteinen, die die Maße 30x20x20 haben. Diese Maße muss man jetzt irgendwie zusammenbringen, deshalb ist eine Skizze nicht verkehrt. Das gilt auch, wenn du statt der Rastersteine andere nimmst.

Ich male jetzt erst mal die Rasengittersteine auf. Zwei hintereinander, das ergibt einen Meter zwanzig, als Basis schon mal gut. Sechs davon nebeneinander, das macht zwei Meter vierzig, passt auch gut. Darauf kommt jetzt die erste Lage Rastersteine, etwas nach innen versetzt für eine bessere Verteilung der Last und stabilen Stand. An den Ecken jeweils versetzt, so bekommt man mit genau zwanzig Rastersteinen die erste Lage. Die Rasengittersteine waren genau zwölf, hatte ich vergessen zu sagen.

Wir sind also jetzt auf einer Gesamtfläche von 2,40m x 1,20m; das Hochbeet selber hat 2,20m x 1,10m. Das ist doch ziemlich genau das, was wir haben wollten.

Eine gute Grundlage

Als Standort für mein neues – fünftes – Hochbeet habe ich mir diese Stelle ausgesucht, an der ich eigentlich eine Terrasse machen wollte und deshalb schon vor längerer Zeit Splitt aufgebracht hatte, der inzwischen schön verfestigt ist. Ich begradige das Ganze noch ein bisschen und gehe dann mit einem Stampfer darüber – ein Rüttler wäre bei frisch aufgeschüttetem Splitt besser, ist hier aber nicht nötig.

Der Splitt hat mehrere Vorteile: Wasser läuft gut ab, die Rasengittersteine liegen stabil auf und Wühlmäuse kommen nicht durch. Noch mal in alle Richtungen nachkontrollieren, und wenn alles passt, kommen die Rasengittersteine.

Einige von euch hatten die weggelassen und mir von den nach wenigen Wochen wegkippenden Hochbeeten berichtet, deshalb zeige ich hier mal, was die bewirken. Über denen liegen nämlich zum Schluss drei Lagen Rastersteine, von denen jeder 12 Kilo wiegt, die auf den schmalen Kanten lasten. Die Rasengittersteine verteilen dieses enorme Gewicht auf eine viel größere Auflagefläche, so dass nichts mehr einsinken oder wegrutschen kann.

Wundere dich nicht darüber, dass manche Rasengittersteine nass sind. Während der Aufnahmen hat es immer wieder angefangen zu regnen. Und wundere dich auch nicht, dass jetzt sieben statt sechs in einer Reihe liegen. So kann ich später besser zwischen Beet und Buchenhecke entlanglaufen. Kurzfristige Planänderungen sind bei mir leider sehr häufig.

Der solide Aufbau

Nachdem die Basis liegt, fange ich mit dem Aufbau an. Ich bleibe etwas vom Rand weg, denn das war ja der Plan. Die Steine lassen sich prima entlang der Rillen in den Gittersteinen legen, so dass alles schön gerade wird, aber man kann da auch zwischendurch jederzeit nachkorrigieren.

Keine andere Frage wurde mir häufiger gestellt: Hält das ohne Beton oder Mörtel? Ja, das hält! Sieh mal, hier sind ein paar Fotos aus dem Garten meiner Eltern von den ältesten Hochbeeten meines Vaters, und die stehen auch nach einem knappen Vierteljahrhundert noch wie eine Eins, ganz ohne Mörtel. Meine älteren haben sich ein bisschen bewegt, weil der Boden sich nach dem Verlegen der Erdwärmekollektoren jahrelang gesetzt hat, sehen aber auch noch ganz gut aus. Die Wäscheleinen dienen übrigens nicht der Stabilisierung, sondern an denen mache ich mit Wäscheklammern das Vlies und ähnliches fest, hält super.

Aber zurück zum Aufbau. In die unteren Rastersteine kommen schon mal ein bisschen zerkleinerte Äste etc., weil ich da später nicht mehr so gut drankomme. Die zweite Reihe fange ich an einer Ecke an, und zwar versetzt, damit die Steine später gut halten. Das kennst du ja vermutlich von normalen Mauern und ähnlichem. Hier kann ich auch noch mal ein bisschen rücken und schieben, damit beim letzten Stein alles passt. In diese zweite Reihe stopfe ich dann schon mal etwas Laub.

Die dritte Reihe kommt dann wieder versetzt drauf, das heißt, die Steine stehen genau über denen aus der ersten Reihe. Wie immer mit tatkräftiger Unterstützung, aber wenn du selber Katzen hast, kennst du das ja…

Von innen sieht das jetzt so aus. Ich kann also schon mit der Befüllung anfangen. Zuunterst werfe ich alles rein, was an gröberen Ästen und Zweigen beim Frühjahrsschnitt angefallen ist. Darüber kommen dann etwas dünnere Aststücke, dann eine gute Schicht Laub. Das Ganze beschwere ich mit einer Schicht ganz einfacher Gartenerde, die von Regenwürmern zusammen mit dem Laub im Laufe der Zeit zu einer feinen und das Wasser gut haltenden Pufferschicht umgewandelt wird. Wenn du in einer trockenen Gegend gärtnerst, kannst du hier auch noch etwas Lava oder Blähton beimischen. Dann noch mal etwas Laub, muss nicht, mache ich aber, weil das Beet höher ist als meine anderen und damit die Würmer schön viel Futter haben. Darüber kommt halb garer Kompost, in dem bei mir auch immer schön viele Würmer sind, und auf den dann reifer Kompost. Darüber dann noch mal Gartenerde, und als oberstes habe ich hier eine Schicht aus ganz feiner Erde gegeben, die ich in Säcken bei unserer Kompostanlage gekauft hatte. Die hat dann nicht so viele Samen drin, die ich nicht haben will.

Du siehst, wie das Ganze schon zusammensackt, während ich die Randsteine genauso mit Kompost und Erde fülle. Eigentlich wollte ich das Beet im Herbst mit der Erde aus meinen Kartoffelkübeln auffüllen und habe deshalb auch Platz gelassen, fand das aber im Nachhinein zu schade, also verschwendeten Kartoffelanbauraum, und habe deshalb erst mal alles ins Beet getan, was in den anderen keinen Platz mehr gefunden hatte. Deshalb wirkt das jetzt ein bisschen wild zusammengestoppelt. Ignorier das einfach.

In die Randsteine habe ich dann wärmeliebende Bohnen getan, vorne Buschbohnen, hinten Stangenbohnen, und ein Kürbis wuchs da auch plötzlich noch. Wie bei mir üblich wucherte das dann ziemlich schnell zu und entglitt mir etwas, aber guck mal, obwohl die Steine eigentlich optisch nicht so der Knaller sind, sieht das doch richtig nett aus.

Im nächsten Jahr habe ich das dann noch ein bisschen mit Laub-Kompostgemisch und Erde aufgefüllt und tatsächlich dann wie geplant vorgezogene Kartoffelpflanzen reingesetzt. Die wurden richtig gut.

Aber zurück zu den Fragen:

Warum mache ich Hochbeete aus diesen Steinen?

Ich mag eigentlich nicht so gerne Betonsachen im Garten, mein Häuschen ist auch aus Holz, und ich habe auch immer wieder Hochbeete aus Holz. Die zeige ich dir jetzt mal von Nahem: So sehen die nach einigen Jahren aus, weil es hier so viel regnet. Die dann zu leeren und neue aufzustellen ist richtig schlimm aufwendig. Die aus Stein machen nach dem Aufbau keine Arbeit mehr. Der Inhalt schon, aber dazu gleich mehr.

Ich habe aber auch mal überprüft, wie gut die Steine die Wärme halten. Sie werden zwar auch bei direkter Sonnenbestrahlung nicht so heiß wie beispielsweise Hochbeete aus Kunststoff oder Metall, aber anders als diese Materialien halten sie die Wärme bis lange nach Sonnenuntergang. Deshalb gedeihen in den Randsteinen auch wärmeliebende Kräuter besonders gut.

Was ist aber nach dem Winter? Ich wollte wissen, ob die Steinhochbeete sich schneller erwärmen als der restliche Gartenboden und habe überall stichprobenartig die Temperatur gemessen. Man sieht das aber auch schon: Holz erwärmt sich in der Sonne ein bisschen und taut den Schnee weg, die groben Steine, die ich aus dem Boden geholt hatte und als Wegbegrenzung nehme, ebenfalls, rings um die Pflanzen herum taut es ja sowieso immer schneller, aber guck mal: So flott ist der Schnee am Hochbeet geschmolzen. Jetzt zu den Temperaturen: Im Boden war es überall ziemlich genau Null Grad oder knapp darüber. Das kann man auf dem Thermometer hier leider nicht so richtig gut erkennen. Mitten im Hochbeet war es nicht viel wärmer, aber in den Randsteinen war die Temperatur um fünf Grad höher als im restlichen Garten. Das war schon erstaunlich. Kein Wunder, dass die Kräuter hier überleben.

Kann man das Hochbeet im Winter nicht einfach mit Kompost heizen?

Bei einem im Herbst neu angelegten Hochbeet klappt das gut. Gerade wenn das Beet mehr Volumen pro Oberfläche hat, so wie mein neues etwas höheres Beet, kann sich darin die Wärme schön entwickeln. Dazu brauchst du nur an der Stelle, wo ich den fast reifen Kompost einfülle, frischen dazuzugeben oder aber Mist, zum Beispiel von Pferden. Sieh mal, diese Bilder hat mir ein ganz lieber Zuschauer geschickt, der dieses Frühjahr ein Hochbeet angelegt und eher versehentlich eine Heißrotte in Gang gesetzt hat: Das erste zeigt die Temperatur über dem Boden, das zweite die in 12 bis 15 cm Tiefe und das dritte die in ca. 25 bis 30 cm. Ist das nicht der Hammer? Für die Pflanzen ist das jetzt im Frühjahr ein bisschen zu warm, aber im Winter, wo die Verrottung dann sowieso langsamer vonstatten geht, kann das wochenlang deine Pflanzen vor dem Erfrieren bewahren.

Meine eigenen Versuche dazu scheiterten eigentlich nur daran, dass es hier eben doch oft noch richtige Winter gibt, in denen ich mit etwas Mühe zwar die Hochbeete wiederfinde, aber nicht an die Pflanzen komme, die ich beernten könnte. Deshalb mag ich als Winterkulturen auch lieber Wurzelgemüse, das ich zur Not noch nach der Schneeschmelze aus dem Boden holen kann.

Der Trick mit der Heizung funktioniert nur so lange, wie der Verrottungsprozess in der heißen Phase ist, danach hat sich das ausgeheizt. Für den nächsten Winter müsstest du dir also wieder etwas überlegen, zum Beispiel alles wegbuddeln und frische Gartenabfälle einfüllen. Das habe ich zwar selber noch nicht gemacht, aber hier fällt mir gleich die nächste wichtige Frage ein, die mir viele von euch gestellt haben:

Muss man Hochbeete neu befüllen?

Gerade frisch angelegte Hochbeete sacken ja mit der Zeit ganz schön zusammen. Wenn da Kartoffeln drauf standen, fülle ich die immer nach der Ernte mit Erde aus den Kartoffelkübeln auf und buddle die ein bisschen unter. Das verzögert durch die vielen Regenwürmer den Verdichtungsprozess ein bisschen, aber irgendwann ist ab einer gewissen Tiefe – gerade nach längeren Trockenperioden – der Boden steinhart und kompakt, egal wie viele tief wurzelnde Kulturen ich da drauf hatte.

Hier gibt es mehrere Methoden, um den Boden wieder aufzupeppen. Bei meiner Variante arbeite ich knapp zwei Spaten tief. Die Pufferschicht will ich ja schließlich erhalten. Ich ziehe dazu einfach die oberen zwei Drittel auf Seite, lege sie also auf dem Hochbeet einfach neben der Stelle ab, an der ich gerade bin. Man kann sich hier prima Stück für Stück vorarbeiten. Jetzt kommt eine schöne Lage halbgarer Kompost rein, vielleicht noch etwas Laub, darüber reifer Kompost, dann die durch das Buddeln ohnehin aufgelockerte Erde wieder drüber, fertig. So arbeite ich mich Streifen für Streifen durch das Beet. Das ist schon etwas, wofür ich bei dem großen Hochbeet einen ganzen Nachmittag brauche, aber ich mache das nur alle fünf oder sechs Jahre. Wenn du im Gegensatz zu mir schön lockere Erde als Ausgangsmaterial hast und immer wieder auch Tiefwurzler pflanzt, brauchst du das vermutlich gar nicht zu machen.

Wie teuer ist denn jetzt so ein Hochbeet?

Das fragt ihr mich fast am häufigsten, deshalb habe ich das mal ganz genau aufgelistet:

Die Rastersteine kosten im Schnitt 3 Euro. Ich kaufe sie aber immer, wenn sie im Sonderangebot sind. Das ist ein- oder zweimal im Jahr der Fall. Dann kosten sie nur 2 Euro das Stück, also genauer 1,99. 60 Steine, also dreimal 20, kosten demnach knapp 120 Euro. Ohne Sonderangebot wären das 180, teils sogar mehr. Da lohnt es sich, die Prospekte im Auge zu behalten.

Die Rasengittersteine kosten hier seit Jahren das Gleiche, nämlich 1,59 €. Ich runde das mal auf 1,60 auf und komme deshalb auf 19,20 €.

Eine Tonne Splitt kostet meistens nicht mehr als 40,- €, manchmal weniger, aber ich setze jetzt mal die 40 an.

Für die Spedition habe ich noch einmal 35,- € bezahlt. Das ist von einem zum anderen Baumarkt verschieden, also lohnt es sich, zu vergleichen.

Insgesamt hat mich das Hochbeet aus diesem Video also 214,20 € gekostet. Das ist zwar eine Stange Geld, aber preiswerter als die meisten Billig-Bausätze und vor allem viel langlebiger.

Jetzt zur letzten Frage:

Ist das Hochbeet wirklich so komfortabel?

Ich gebe zu, auch wenn ich die ersten vier Hochbeete wegen des Bodens gemacht und nur zwei Reihen hoch gebaut habe: Das neue mit seinen drei Reihen ist schon super bequem zu bearbeiten. Den Aufwand beim Bau muss man allerdings in die Komfortüberlegungen mit einbeziehen, aber das ist ja dann auch für sehr lange, und selbst etwas mickrige Leute wie ich können das alleine aufbauen und befüllen. Und ganz ehrlich: Ich möchte es nicht mehr missen!